Matthias Schamp

Die Rixdorfer Vergoldung—September bis November 2008

Im Luftraum über Neukölln

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Fotos: Uwe Jonas, Birgit A. Schumacher

Mit der Rixdorfer Vergoldung wird die poetische Aufladung dieses Berliner Stadtteils vorangetrieben. Sobald ihm der Wind gewogen ist – d. h. Stärke und Richtung für günstige Verhältnisse sorgen –, besteigt der Künstler Matthias Schamp einen Heißluftballon, um über Rixdorf zu schweben. Dabei pustet er eine Unze Goldstaub in die Luft. Der Wind nimmt die Körnchen und trägt sie in die Straßen der Stadt. So senken sich die Partikel auf Rixdorf herab, wo sie zu allerlei Effekten führen.

Zwar ist die ausgebrachte Menge verglichen mit der Größe Rixdorfs gering, so dass sie im Stadtkörper, obzwar faktisch vorhanden, optisch nicht wahrnehmbar ist. In der Art einer homöopathischen Dosis entfaltet sie jedoch trotzdem Wirkung, indem die Aktion von denen, die davon Kenntnis nehmen, im Bewusstsein realisiert wird und sich so ein Einstellungswandel vollzieht, der die Wahrnehmung des gesamten Stadtteils ändert.

Diese Wirkung wird verstärkt durch eine Kampagne, die die Aktion vorbereitet und im Bewusstsein der Bevölkerung verankert. Auch die Anwesenheit des Künstlers Matthias Schamp, der einen Monat in Rixdorf weilt, um die Kampagne anzuschieben, dient diesem Zweck.

Als eine Art in die Welt gesetztes Märchen soll die Rixdorfer Vergoldung in den erzählten und erinnerten Erlebnisbestand der Bewohner eingehen. Ziel der Mission ist es, den Stolz der Menschen auf ihren Stadtteil zu fördern. Der innere Reichtum und die Schönheit Rixdorfs, die unzweifelhaft vorhanden sind, sollen offenbar werden.

Flug mit dem Heißluftballon am 17. November 2008.