Schumacher & Jonas

Schmücken—24. Oktober 2008

Hermannstraße/Ecke Hermannplatz

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Fotos: Birgit A. Schumacher, Uwe Jonas

Eine Verkehrsinsel inmitten der vierspurigen Hermannstraße, dort, wo die Magistrale auf den Knotenpunkt Hermannplatz trifft, wird vorübergehend in Szene gesetzt: Der verdorrte Bewuchs weicht grünem Rasen und dekorativen Kübelpflanzen.

Ausgangspunkt der Intervention ist die fiktive Annahme hohen Besuches – eines Staatsoberhaupts, Medienstars oder einer ähnlich bedeutsamen Person, deren Limousine die Straße passiert.

Durch das „Schmücken“ soll das Image der Gegend für kurze Zeit aufpoliert werden, nach der Abreise des Gastes kann der Ort wieder vernachlässigt werden. Was in Ländern, deren Städte von Armut und Elend gekennzeichnet sind, bei hohem Besuch mitunter geschieht, wird in Neukölln in zweifacher Hinsicht persifliert: Zum einen gibt es am 24. Oktober keinen Anlass, den Ort zu schmücken, zum anderen würde diese Maßnahme auch dann lediglich einer Illusion dienen, wenn sich ein prominenter Gast an jenem Tag tatsächlich zum Hermannplatz kutschieren ließe.